Die Sandstrahlkiste

Manche Teile sind mit der Flex und CSD-Scheibe nur schwer vollständig zu entlacken und die Scheiben sind auch recht teuer. Auch so manche Oberfläche kann eine kleine Aufhübschung gebrauchen, speziell bei Alu-Teilen ist das oft nötig aber durch Schleifen nur sehr vorsichtig machbar.
Deshalb hab‘ ich mir eine Sandstrahlkiste gebaut…

Da ich schon eine Sandstrahlpistole mit Becher und Sandrückführung zum Strahlen von Steinschlägen und anderen kleinen Schäden an der Karosserie  besitze, kam mir irgendwann die Idee, mir auch eine Sandstrahlkiste zum Strahlen von Kleinteilen zu bauen. Zuerst dachte ich an eine Kiste aus OSB-Platten, aber dann bin ich bei der Recherche im Netz auf folgendes Video gestossen:

Sehr gut erklärt, einfach und günstig nachzubauen.
Vielen Dank an www.kondensatorschaden.de dafür!
Übrigens eine sehr spannende und informative Seite mit allerlei Technik-Knaubereien.

Materialliste

Ich habe folgendes benötigt:

  • eine durchsichtige Kiste von einem großen schwedischen Möbelhaus (Modell SAMLA)
  • ein Paar Sandstrahlhandschuhe von Amazon oder aus dem Baumarkt
  • eine Sperrholzplatte/Modellbauplatte aus dem Baumarkt für die Durchführungen
  • zwei Kabelverschraubungen für die Durchführungen (hatte ich von einem alten Projekt noch rumliegen)
  • ein Päckchen Senkkopfschrauben M5x40 mit Muttern
  • etwas starkes Klebeband (Panzertape) zum Abdichten
Zusammenbau
Handschuhe

Ich hab‘ mich beim Zusammenbau im Großen und Ganzen an das Video gehalten. Die Durchführungen habe ich mir auf die Sperrholzplatte angezeichnet und mit Stichsäge und Dekupiersäge ausgesägt.
Die Löcher für die Schrauben wurden auf der Tischbohrmaschine gebohrt und gesenkt. Danach wurden mit den angefertigten Holzteilen die Löcher auf der Kiste angezeichnet, vorgebohrt und mit der Laubsäge ausgeschnitten. Nach dem Ausschneiden wurden die Handschuhe angeklebt, die Schraubenlöcher durchgebohrt und die Holzringe auf beiden Seiten angeschraubt.

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Schlauchanschlüsse

Bei den Durchführungen für den Saugeranschluss und den Druckluftschlauch bin ich etwas vom Video abgewichen. Bei meinem Werkstattsauger ist ein Anschlussstück für Maschinen aus Gummi dabei, das auch ohne Klemmung abdichtet.
So hab‘ ich dann nur ein einfaches Loch bohren müssen und konnte mir das Fertigen der Klemmung sparen. Ähnlich bin ich an die Durchführungen für Druckluft- und Strahlmittelschlauch herangegangen. Da ich nach ein bisschen Suchen in einer meiner Grabbelkisten auf passende Kabelverschraubungen gestossen bin, hab‘ ich mir die Arbeit mit den Kupferrohren sparen können. So kann ich die Schläuche direkt durch die Verschraubungen führen und diese einfach handwarm festziehen.
Momentan benutze ich noch die Becherpistole, weswegen ich eigentlich nur eine Durchführung bräuchte. Aber ich habe vor mir noch eine Strahlpistole mit Ansaugschlauch zuzulegen. Dann kann ich das Strahlmittel direkt aus dem Eimer saugen und muss nicht immer den Becher nachfüllen.

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Saugstark

Beim ersten Probestrahlen ist mir dann sofort aufgefallen, dass mein Werkstattsauger viel zu saugstark ist. Kaum ist er eingeschaltet, saugt er die Kiste zusammen und zieht die Handschuhe lang. Auf der einen Seite zeigt das natürlich, dass ich gut geschafft habe, denn meine Sandstrahlkise scheint ziemlich dicht zu sein. Andererseits kann ich aber so nicht strahlen und ich habe Angst, dass etwas an der Kiste oder am Sauger kaputt geht.
Also musste ich mir eine Saugkraftregulierungsmöglichkeit einfallen lassen. Dazu hab‘ ich eine Öffnung in den Deckel geschnitten und eine Abdeckung aus Sperrholz gesägt und aufgeschraubt. Jetzt kann ich den Unterdruck in der Kiste mit diesem einfachen Schieber regulieren.

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Sandstrahlkiste

Strahlergebnisse

Griffstück gestrahlt

Griffstück gestrahlt

Griffstück gestrahlt
Fotos aus dem Beitrag Griffstück restauriert

Fazit

Jetzt hab‘ ich eine Möglichkeit Kleinteile schonend zu entlacken und zu entrosten. Auch Aluteile wie z.B. Motorgehäuse oder Vergaser kann ich mit sanftem Strahlmittel säubern und aufhübschen. Das Einzige was mich noch etwas stört, ist dass die Sicht in die Strahlkiste nicht so optimal ist.
Das liegt zum Einen am Staub durch das zerplatzende Strahlmittel und zum Anderen am Material der Kiste. Ich werde also entweder eine Glasplatte in den Deckel einbauen oder eine andere Kiste bauen müssen. Nach meinen ersten Experimenten würde mir eine etwas größere Sandstrahlkiste aus OSB-Platten mit Glasplatte und eingebauter Beleuchtung schon gefallen… 😉

 

 

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diese interessante Anleitung zum Bau einer Sandstrahlkiste. Ich finde das mit den Handschuhen sieht lustig aus. Vielleicht baue ich das auch mal, damit ich meine Strahlpistolen ohne Sauerei benutzen kann.

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